2025 war kein schlechtes Jahr, es war ein miserables Jahr für die Welt. Ich beabsichtige, dir nichts vorzumachen und schon gar nicht auf banalen Optimismus zu setzen, der am Ende nur beruhigt, aber nichts erklärt. Genau deshalb formuliere ich eine unbequeme Prophezeiung: 2026 wird nicht besser werden. Nicht, weil ich Freude an düsteren Bildern habe, sondern weil die Voraussetzungen klar auf dem Tisch liegen, wenn man genau hinsieht.

- Ich blicke nach Europa und sehe einen Kontinent, der alt, träge und selbstzufrieden geworden ist. Europa wirkt auf mich wie jemand, der zu lange von früheren Erfolgen gelebt hat und nun überrascht ist, dass die Rechnung kommt. Der Niedergang ganzer Industrien setzt sich fort, besonders sichtbar in der Automobilindustrie. Dort, wo einst hunderttausende sichere Arbeitsplätze existierten, geraten immer mehr Menschen ins Wanken. Fabriken schliessen, Standorte werden verlagert, Versprechen aus der Politik verhallen, während die Beschäftigten spüren, dass sie den Preis für jahrelanges Zögern zahlen.
- Die Abhängigkeit Europas nimmt spürbar zu und mit ihr wächst auch die potenzielle Erpressbarkeit. Besonders deutlich zeigt sich das bei seltenen Erden, also jenen Rohstoffen, die für moderne Technologien unverzichtbar sind, aber auch im Bereich der künstlichen Intelligenz, wo Europa zunehmend hinterherhinkt. Hinzu kommt ein struktureller Wettbewerbsnachteil, denn allein die Energiekosten liegen in Europa rund dreimal höher als in den Vereinigten Staaten. Diese Kombination aus Abhängigkeit, technologischer Rückständigkeit und hohen Kosten macht Europa verletzlich und schränkt den politischen wie wirtschaftlichen Handlungsspielraum weiter ein.
- 2026 könnte zu einem Wendepunkt für die künstliche Intelligenz werden, einem Jahr, in dem viele Erwartungen hart auf die Realität treffen. In den vergangenen Jahren wurde künstliche Intelligenz fast schon wie ein Wundermittel behandelt, als Lösung für nahezu jedes Problem, von Produktivität über Kreativität bis zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Investoren, Unternehmen und Medien haben enorme Hoffnungen aufgebaut, oft begleitet von grossen Versprechen und spektakulären Prognosen.
Doch genau hier liegt die Gefahr. Wenn die Erwartungen schneller wachsen als der tatsächliche Nutzen, entsteht eine Blase. Viele Anwendungen von künstlicher Intelligenz sind beeindruckend, aber sie sind nicht magisch. Sie benötigen enorme Mengen an Energie, Daten und Rechenleistung, sie machen Fehler, sie sind abhängig von guter Pflege und klaren Regeln. Gleichzeitig merken immer mehr Unternehmen, dass sich nicht jedes KI-Projekt sofort rechnet und menschliche Kompetenz, Erfahrung und Verantwortung nicht einfach ersetzt werden können.
2026 könnte deshalb das Jahr sein, in dem Ernüchterung einsetzt. Nicht, weil künstliche Intelligenz nutzlos wäre, sondern weil sie von ihrem überhöhten Sockel geholt wird. Einige Start-ups werden scheitern, Investitionen könnten zurückgehen und Schlagzeilen wechseln, von Euphorie zu Enttäuschung. Für viele wird sich dann zeigen, wer auf echte Lösungen gesetzt hat und wer nur dem Höhenflug gefolgt ist.
Langfristig muss das kein schlechtes Szenario sein. Das Platzen einer Blase bedeutet oft auch Reife. Übrig bleiben realistische Anwendungen, klare Grenzen und ein nüchterner Blick darauf, was künstliche Intelligenz leisten kann und was nicht. Vielleicht ist 2026 also weniger das Ende der künstlichen Intelligenz, sondern der Anfang eines erwachsenen, verantwortungsvolleren Umgangs mit ihr. - Ich schaue weiter über den Atlantik und sehe einen Präsidenten, der erratisch handelt, heute so und morgen anders. Seine Entscheidungen wirken oft unüberlegt, manchmal fast trotzig. Selbst jene, die ihn einst begeistert unterstützt haben, wenden sich schrittweise ab, weil sie merken, dass Loyalität nicht erwidert wird. Für mich ist klar: Wir haben noch längst nicht alle demokratiefeindlichen Massnahmen gesehen. Der schleichende Abbau von Regeln und Institutionen geht weiter, oft unspektakulär, aber wirksam. Alles Weitere, so sage ich nüchtern, liefern ohnehin täglich die Nachrichten.
- Dann ist da noch der Klimawandel, der sich nicht beeindrucken lässt von politischen Debatten oder Wahlterminen. Er schreitet voran, egal ob man ihn ernst nimmt oder kleinredet. Ich sehe schmelzende Gletscher, Überschwemmungen, die ganze Regionen lahmlegen, und Stürme, die stärker und unberechenbarer werden. Für mich sind das keine Ausnahmen mehr, sondern Vorboten einer neuen Normalität, an die sich die Welt erst schmerzhaft anpassen muss.
- Auch die Schuldenberge vieler Staaten wachsen weiter und drücken Länder an den Rand des Ruins. Ich erkenne eine gefährliche Dynamik, denn ein immer grösserer Teil der öffentlichen Ausgaben fliesst in Rüstung. Diese gigantischen Investitionen verschärfen die Lage zusätzlich, weil sie Ressourcen binden, die anderswo dringend gebraucht würden. Am Ende profitiert vorwiegend eine Branche, die Rüstungsindustrie, während soziale Spannungen zunehmen und Zukunftsinvestitionen auf der Strecke bleiben.
- Mein Blick richtet sich auch nach China. Ich stelle fest, dass die Importe Jahr für Jahr zurückgehen. Das Land arbeitet mit enormem Einsatz daran, von ausländischen Lieferanten unabhängig zu werden. Dahinter steckt nicht nur wirtschaftliches Kalkül, sondern auch die Vorbereitung auf Konflikte und Sanktionen. Gleichzeitig soll die eigene Wirtschaft stabilisiert werden, vorrangig mit Blick auf die hohe Erwerbslosigkeit unter jungen Menschen, die immer stärker zum Problem wird.
Jedes Jahr verlassen Millionen gut ausgebildete junge Leute die Universitäten. China hat in den meisten technischen Bereichen den Westen nicht nur eingeholt, sondern längst überholt. Mit diesem horrenden Tempo können wir nicht mithalten. - Und schliesslich sehe ich, wie China Europas Strassen mit preiswerten, staatlich subventionierten Automobilen füllt. Diese Fahrzeuge sind für viele Käufer attraktiv, weil sie günstiger sind als europäische Modelle. Für China bedeuten sie enorme Geldzuflüsse und zusätzlichen Einfluss, für Europa jedoch weiteren Druck auf eine ohnehin angeschlagene Industrie. In diesem Spannungsfeld verdichtet sich für mich das Bild eines Jahres 2026, das nicht Erholung verspricht, sondern negative Zuspitzung.
- Ein Krieg Chinas mit Taiwan rückt näher und näher
Die chinesischen Streitkräfte haben ihre Präsenz rund um Taiwan weiter erhöht. Taiwan meldet erneut zahlreiche chinesische Militärflugzeuge und Kriegsschiffe, die sich der Insel näherten. Laut Peking dienen diese Aktivitäten der «Abschreckung von Unabhängigkeitsbestrebungen» und der Demonstration militärischer Handlungsfähigkeit im Taiwan‑Meer.
Für Taiwan bedeuten diese Manöver vorwiegend eines: ständige Alarmbereitschaft. Die Regierung in Taipeh spricht von gezielter Einschüchterung, die die Bevölkerung psychologisch unter Druck setzen soll.
Taiwan hat als Antwort eigene Überwachungs‑ und Abfangmassnahmen aktiviert, ohne die Lage militärisch eskalieren zu lassen. Präsidentenamt und Verteidigungsministerium betonen, dass man ruhig, aber entschlossen reagiere.
Gleichzeitig richtet sich Taiwans Botschaft klar nach aussen: Die demokratische Ordnung und die faktische Selbstverwaltung sollen bewahrt werden, man hoffe jedoch weiterhin auf Stabilität statt Konfrontation.
Die USA erklärten, sie verfolgten die Entwicklungen «mit grosser Aufmerksamkeit». Washington bekräftigte erneut seine Unterstützung für die Sicherheit Taiwans, ohne neue konkrete Militärschritte anzukündigen.
Auch Japan und weitere regionale Partner äusserten Besorgnis. Diplomaten warnen davor, dass selbst unbeabsichtigte Zwischenfälle, etwa auf See oder in der Luft, rasch ausser Kontrolle geraten könnten.

Ich nenne das keinen Pessimismus, sondern Realismus. Für mich ist es der Versuch, hinzusehen, bevor die nächste Illusion verkauft wird.



